Pressemitteilung: Digitalisierung schränkt Teilhabe ein

Neue digitale Angebote können hilfreich sein. Aber viele Menschen werden von der Technik abgehängt.

Abstand halten lautet das Gebot der Stunde. Und so wurde die Corona-Zeit auch zu einem Stresstest für die Digitalisierung. Schon beim sogenannten Homeschooling, also dem Unterricht von Zuhause aus, zeigte sich, dass nicht jede Schule und erst recht nicht jede Familie über die notwendige Technik verfügt, um sinnvolles Lernen zu ermöglichen.
Das gilt nun auch für den Freizeit- und Bildungsbereich: „Viele Menschen mussten nun leider feststellen, dass aufgrund der coronabedingten Vorschriften und Ein-schränkungen der Besuch in Einrichtungen wie zum Beispiel Schwimmbädern oder Museen, nur noch über eine Online-Buchung möglich ist“, berichtet Patrick Alberti, der kommunale Behindertenbeauftragte des Rhein-Neckar-Kreises.
„Noch längst nicht alle Menschen besitzen ein Smartphone oder einen Computer mit Internetzugang. Viele Menschen sind nicht in der Lage diese Technik zu nutzen. Dies gilt beispielsweise für Menschen mit Seheinschränkungen, insbesondere, wenn Internetseiten und Apps nicht barrierefrei sind“, so Alberti weiter. Aber auch Seniorinnen und Senioren können nicht immer mit der neuen Technik umgehen. So werde eine große Personengruppe kurzerhand von der Nutzung öffentlicher Ange-bote und Einrichtungen ausgeschlossen. Und es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass dieses System auch nach der Corona-Zeit beibehalten werden könnte.
In Deutschland gibt es große Ungleichheiten und Benachteiligungen im Bereich der Digitalisierung. Nicht jeder kann sich einen Computer oder ein Smartphone mit ent-sprechendem Internet-Tarif leisten. Und wenn doch, dann können immer noch nicht alle Menschen diese Buchungssysteme nutzen. Das liegt aber nicht nur daran, dass Personen die Apps oder Webseiten wegen fehlender Barrierefreiheit nicht be-dienen können. Viele Menschen haben auch einfach kein geeignetes Zahlungsmit-tel wie z.B. eine Kreditkarte oder ein PayPal-Konto. So gibt es viele Gründe, die da-zu führen, dass Menschen von den Besuchen öffentlicher Bildungs- und Freizeitan-gebote ausgeschlossen werden.
Für Patrick Alberti ist klar: „Es ist absolut notwendig, dass zusätzlich zu den neuen digitalen Möglichkeiten auch immer an entsprechende analoge Alternativen zum Beispiel die Möglichkeit einer telefonischen Auskunft und Anmeldung gedacht wird, um Benachteiligungen zu vermeiden“.

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Patrick Alberti
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